ÖFFENTLICH BESTELLTE UND VEREIDIGTE SACHVERSTÄNDIGE FÜR BEWERTUNG VON BEBAUTEN UND UNBEBAUTEN GRUNDSTÜCKEN

Das Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen wird bei der Überprüfung der Bedarfswertermittlung durch das Finanzamt benötigt.

Im Falle einer Erbschaft, Schenkung oder generellen Eigentumsübertragung im privaten oder gewerblichen Bereich fallen Steuern an. Bemessungsgrundlage für die Finanzbehörden ist der Bedarfswert nach dem Bewertungsgesetz (BewG). Das Finanzamt ermittelt den Bedarfswert mit Hilfe des Bewertungsgesetzes. Das pauschalierende und schematisierte Bewertungsverfahren kann nicht alle signifikanten Bewertungsmerkmale berücksichtigen. Der Gesetzgeber hat daher in §§ 138 ff. und § 198 BewG für die Bedarfsbewertung den Nachweis eines niedrigeren Verkehrswertes zugelassen.

Nachweis des niedrigeren gemeinen Wertes gemäß § 198 BewG:

Weist der Steuerpflichtige nach, dass der gemeine Wert (Verkehrswert) der wirtschaftlichen Einheit am Bewertungsstichtag niedriger ist als der nach den §§ 179, 182 bis 196 ermittelte Wert, so ist dieser Wert anzusetzen. Für den Nachweis des niedrigeren gemeinen Wertes gelten grundsätzlich die auf Grund des § 199 Abs. 1 des Baugesetzbuchs erlassenen Vorschriften.

Der Steuerpflichtige hat das Recht, den tatsächlichen Wert des Objektes prüfen zu lassen. Den niedrigeren Verkehrswert kann der Immobilieneigentümer durch das Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Grundstücksbewertungen nachweisen.